FantasyFilmFest. Tag 4.

Viel zu tun. Coronalethargie. Der innere Zustand, der dem der äußeren Coronaplauze entspricht. Aber hey.

Breaking Surface. Einerseits nichts, was man nicht erwartet in einem Taucherinnenfilm. Andererseits sehr realistisch und spannend, mit Tauchen auch in Höhlen, aber nur ein bisschen, und dem allseits bekannten Problem, dass die Luft knapp werden kann im Wasser. Mit zwei Schwestern, die weniger reden als nach einem small Talk mit einem Denfilmschonmalgesehenhaber befürchtet. Spannend und solide.

Daniel isn't real. Dass man immer darauf wartet, dass der schwarzeneggeresche Spross mit Dialekt erfreut, wird abgelenkt und enttäuscht. Aber die Bilder und der Score sind ok, und der rest ist leidlich unterhaltsam, und der Hauptdarsteller und die Haarige werde ich gerne wiedersehen. Okay. Aber hey, an viel erinnere ich mich nicht. Und ich hab nicht geschlafen. Aber nochmal an Harvey gedacht, mit dessen Hilfe mir früher mal Plätze freigehalten wurden, von welchen, die meinen namen nicht wussten, und die ich auch eine Weile nicht mehr gesehen habe. Streaming frisst Kino, oder man wird eben alt, wohl.

Dinner in America. Mochte ich sehr sehr sehr. Zwei Randindividuen begegnen sich, und das macht so viel Spass! Toll gespielt, nette Mucke, und überhaupt. So feel good! Lohnte schon alleine die Dauerkarte. Hätte ich sonst nie gekuckt, das.

Fanny Lye deliver'd. Naja. Zwiespalt, ick hör die trappsen. Ein kruder Mix aus zäher Bayerndreihistoriennachstellung und sleazigem 80erjahrebahnhofskino mit Hexenverhör, mit den genretypischen sexuellen Konnotationen, auch mal sehr dierekt. Aber hey, das geht heute, und wenn man dann ein bisschen Revenge ranklebt und eine Kugel mit was Blut - um nicht zu spoilern - eine peckinpahsche Hommage darstellt und dann noch ein historischer Satz oder zwei zum Absapann anhängselt ist eine feministische Arthouseperle. Oder auch nicht. Hey, aber ok als Ode an das bahnhofskino oder das lange vergessene Olympia, in dem ich leider nur zweimal war.

Fried Barry. Ein wirklich eigenwiillig-unterhaltsamer Trip. Vollgedrogtes Alien in eher unschönen Humanhülle entrs the void oder so. Etwas sperrig, aber hey, ein ilm mit handschrift. Das Gesicht des hauptdarstellers wird allerdings etwas overexploited, imho. Nice!

FantasyFilmFest. Tag 3.

Amulet. Mann, der einen Krieg erlebt hat, wohl, findet ein Amulett und Zuflucht in einem verschimmelnden Haus. Einen Nonne, die von jemandem gespielt wird, die immer fiese Frauen mimt, hat da ihre Finger im Spiel. Es gibt außerdem ein blasses Tier und unheimliche Geräusche. Etwas sperrig, wenig Überraschungen, aber ok.

Becky. Becky allein im Wald mit einer aufrührerischen bemützten Göre, die ein Problem mit ein paar Ganoven hat und in echt wohl 14 ist. Von dem Mädel und einem großen Schauspieler und ein paar netten Situationen wird der Film getragen. Unterhaltsam und kurzweilig.

Relic. Eine Omma verschwindet. Das Haus unheimelt geräuschvoll vor sich hin. Und es gibt ein paar wirklich tolle exquisit albtraumhafte Sequenzen, die allein schon den ordentlich fotografierten Film lohnen.

Possessor. Erstmal kurz überlegt, ob es Possessatrix heißen müsste, oder ob das spoilert oder nicht. Oder Predatrix. Aber hey. Frau mit Ringe um die Augen und blassen Haaren flutscht in andere, um Aufträge zu erfüllen, und ist dann irgendwie doch mitgenommen, etwas. Der Job nagt an ihr, oder in ihr, etwas. Nice!

PG: Psycho Goreman. Toller Trash mit Monstern, von denen eines ein kleines Mädchen ist, bei der ich nicht weiß, ob ich es toll finden würde, wenn sie meine Tochter wäre, oder nicht. Liebenswert in Szene gesetzt, alles, mit nicht viel Budget. Aber hey. Sehr sehenswert!

FantasyFilmFest. Tag 2.

Tja. Nach dem Kaffee heißt es: Mittagessen oder Bloggen versuchen?

Inheritance.
Eine Frau - die ein bisschen zu püppchenhaft ist für ihre Rolle, aber gut aussieht- erbt weniger als ihr Bruder, wobei weniger relativ ist. Allerdings weniger Geld, nicht weniger Verantwortung. Und Simon Pegg hat mehr Bart und weniger Bauch und macht auf Graf von Monte Christo. Ziemlich spannend, die Frage, wie man mit einer solchen Situation umgeht. Okay, der Film.

Bring me home. Knackehartes Koreabrett mit nicht so viel Blut und Fights. Die Kinder gehen einem aber echt an die Nieren (nein, kein Organhandelfilm wie der böse Sympathy for Mr. Vengeance, der besser ist als Old Boy, imho). jedenfalls. Mutter sucht ihren verschwunden Sohn, und statt der üblichen amerikanischen Backwoodinzestfamilie gibt es die Bewohnerinnen und Bewohner eines Fischerdorfes. Sehr gut. Nichts Neues, aber mit dem bisschen Mehr verglichen zu US-Produktionen.

Sputnik. Russischer KaltekriegsäraSF auf den Spuren von The Thing etc. Tolle Hauptdarstellerin, die eine Psychologin spielt, prima Kamera, okaye Creatureffects und eine Geschichte mit vielen frischen Aspekten. Nice, das.

Slaxx. Es hätte ja wirklich nett sein können, so wie I rented a Vampire Motorcycle, der charmant und witzig war, allerdings keine wertvolle Botschaft transportieren wollte. Glaube ich. Immerhin ein Einblick ins Leben von Leuten, die in einem Klamottenladen arbeiten, denn wenn sie schauspielern könnten, hätten sie vielleicht einen richtigen Film gemacht, wobei da auch ein Drehbuch geholfen hätte. Ein Film wie eine leere Hose. Aber mit einer Message, über die man sicher nachdenken kann. Die allerdings schon vor dem Film kommt.

FantasyFilmFest. Tag 1.

Coronabedingt gekürztes Fest. Und man hat viel Platz um sich rum, diesmal sogar in jede Richtung.

Palm Springs. Semberg ist ist mir eigentlich etwas zu viel Smilesmilesmile, Milioti etwas zu sehr große Augen, aber trotz der nun wirklich nicht neuen Idee mit einer allerdings neuen Auflösung, bei der ich mich nicht erinnere, dass da schon mal jemand drauf gekommen ist, lösungstechnisch, trotz Offensichtlichkeit, klappt das Ganze prima! Und wie man weiß, sind gute Komödien echt schwierig. Kurrzweilig.

Archive. Ein Plot zu viel, mir, aber sonst trotz gefühlter Länge spannendes Spiel der verschiedenen Generationen von Robotern auf dem Weg der Entwicklung zu einem Quasimenschen. Und das Setting ist sehr nett. Hätte allerdings gerne gesehen, wie die Robos über die Schwellen kommen, die da so rummen. Archive by Molten Brain Voll ok, das., ansonsten.

Doppelt hält besser oder auch nicht

Tja. Action. Ok. Aber. Zwischendrinnes immer wiederes Generve mit dieser jungen optikgepimpten Smithvariante aus dem Wachsfigurenkabinett. Bildgewordenes Insichselbstverliebtsein. Irgendwienes Derjugenthinterhergetrauere. Und was mich auch etwas nervte,ist dass... ACHTUNG SPOILER... man ja mittlerweile weiss, dass man Körper klonen kann, aber dass da mit dem Charakter nicht klappt. Tja. Action. Ok. Sonst nicht so dolle. Gemini Man by Molten Brain Gemini Man.

Pinguine und Jabberwocks.

Und ein oberernster brilliger Viertklässlernerd, eine Zahnarzthelferin und eine ebenso oberschlaue Schulkameradin. Jedenfalls. Auf einmal laufen überall Pinguine herum. Wo kommen sie her? Wo gehen sie hin? Wissenschaftliche und nochkindliche Beobachtungen, Spheres and Boobs, Pinguine und Monster. Und unglaubliche grandiose Einfälle, die man nicht immer versteht, die aber so viel Spass machen. Absolut sehenswert. Anime. Japan. Penguin Highway by Molten Brain Penguin Highway.

FantasyFilmFestNights. 2.

Night 2.

32 Malasana Street. Die Omma mit den wirren Haaren und die bespielten Wohnungen lassen an REC erinnern. Es gibt aber keinen Virus, sondern ein anderes Problem, dass die gerade vom Dorf eingezogene Familie beschäftigt. Spannend, atmosphärisch, spanisch. Voll ok, nie langweilig, sah ich gerne.

Hello World. Ich werde ja schon seit längerem gezwungen, jede Woche gefühlt den jeweils ersten Teil von 27 Animes zu gucken, und fühle mich wie diese an die Heizung gefesselte Frau, die von dem gitarrespielenden Hutträger auf den rechten Weg gebracht werden soll, in diesem einen Film, der inhaltlich dann doch nix mit dieser gerade beliebten (hey, wen interessiert sowas????) Netflixserie zu tun hat, die ich so gar nicht ansehen werde. Aber ich mag Animes. Und so auch hier. Nicht mein Stil, die etwas einfach gezeichneten Figuren. Aber eine bezaubernde Geschichte, bei der ich nie auf die Idee kam, zeitbedingte Logiklöcher entdecken zu wollen, ein Hobby wohl intellektuell nicht ausgelasteter mit zu wenig Geld für Golf. Und gut, Speed Racer ist immer noch bunter, aber hey, ich mochte den Film. Ziemlich!! (Ziemlich hier im Sinne von sehr...).

Yummy. Schon die Idee, einen belgischen Splatterfilm zu machen, der so aussieht, als ob er in einem Billigdrehland gefilmt wurde, was aber nicht der Fall ist, überzeugt total. Und auch im weiteren gibt es nicht nur pubertäre, sondern auch blutige neue Ideen, die weiter gehen als der Schattenboxkampf mit der Maus am Ende von Reanimator 3. Und das ein bisschen enttäuschende Ende kommt erst am Schluss und kann einem die Freude beim vorher Sehen nicht mehr nehmen. Chapeau. Mehr aus Belgien, bitte.

The other Lamb. The other Lamb by Molten Brain The other LambIrland mit Hügeln und Moos und Bäumen und Regen, und eine Horde Frauen, die gerade auf dem Markt der Domäne Dahlem waren, bei dem Stand mit den geschmackvoll auf die Umweltfarben abgestimmten einfarbigen Ökoschafwollklamotten geshoppt haben, und die vor der Menstruation etwas Weißes anziehen. Und, hinter den weißen Fäden, ein optisch etwas jesusiger Mann, der hier den betpatriarchischen Manson light macht. Und eine sich emanzipierende Frau mit schönen Augen. Klingt nicht so toll, was ich hier schreibe. Aber der Frauen-Film ist schon ok und wird nicht langweilig.

Follow me. Ein weiterer Social Media Film. Mit einer Escaperoom Story gepimpt. Alles nicht neu. 1000 m gegen den Wind vorhersehbar, alles. Alles. Echt. Aber immerhin solider Rausschmeißer, wenn auch ohne schauspielerisches Charisma...


Ein paar Tage später. Bin noch gesund. Glaub ich. Und bin inzwischen Zug gefahren. Wobei die DB sich nicht besonders darum schert, ob Glitzerschmuckommas in der 1. Klasse Maske tragen (hin) oder Volksbankmitarbeiter einfach ihre Nase nicht verpackt kriegen (Zurück). Volksnbank hab ich Gottseidank schon vor Jahren gekündigt.

FantasyFimlFest Nights. 1.

FantasyFilmFest. Nights. Mal wieder.

Nach vor Corona. Und nicht mehr am Potsdamer Platz, im einzigen Kino Berlins und glaubich Deutschlands, in dem in mehreren Säälen tatsächlich Originalfassungen ohne Untertitel liefen. Dass so etwas passieren kann, zeigt, dass nicht nur die zivilisatorische Decke, sondern auch die kulturelle außerordentlich dünn sind. Dick wie ein Brett dagegen Dummheit, Ignoranz und Gier.
Immerhin nicht so weit weg wie das Scala in Bangkok, das tatsächlich mein Lieblingskino war. Obwohl ich das Sputnik Wedding auch sehr vermisse. Da gab es noch Duoble Features und lange Nächte und Bierflaschen, die von ganz hinten nach ganz vorne rollten, bis fast unter die zerissengefledderte fahne, die da hing, eigentlich an einem roten Vorhang, der aber ab und zu auch blaulichtilluminiert wurde.

Egal.

Jedenfalls gut vorbereitet wie immer, mit ein bisschen weniger Publikum, die man aber doch oft auch mit Maske erkannte (eigene wegen Brillenbeschlagen, andere wegen naja Maske eben).
Viele mit unsichtbaren Harveys besetze Plätze.

Aber auch ein paar liebe Freunde und viele Ansagen. Danke ans Team.


The man standing next. Truepoliticsandcrimestreifen aus Korea. Nach der Hälfte des Films hat man ungefähr gelernt, wer wer ist, und hat einen Teil der Sehzeit damit verbracht, darüber zu trauern, nicht vorher mal ein bisschen neue koreanische Geschichte gelernt zu haben. Dann wir es spannend, nachvollziehbar und wirklich sehenswert, auch wenn der Hauptdarsteller irgendwie kleiner aussieht als im guten alten bittersweet Life.

The Intruder. Frau kann auf einmal nicht mehr richtig singen, auf ihrer Tonspur geschieht merkwürdiges, und sie träumt komische Dinge, oder auch nicht. Auch als Zuschauer weiß man manchmal nicht so richtig, wo es lang geht, was aber bedeutet, dass der Film Niveau hat. Trotzdem unterhaltsam.

True History of the Kelly Gang. Ich erinnere mich. Als ich Kind war. Enorm fasziniert von diesen westernen (ok, australischen, aber hey...) Rüstungsträgern mit dicktonnigen Stahllschlitzhelmen gewesen zu sein. The History of the Kelly Gang by Molten Brain Und ja, alles etwas durcheinander, aber der Mix aus toten Bäumen und weiteren Optikleckerbissen, bedrohten Babys, toller Musik, einer Familie im Off, einem den optischopulenten Weg des Depardieu gehenden Crowe, den ich ja immer noch etwas zu schmierslimeballselbstgefällig finde, Kleidern, von denen ich als Kind nichts gelesen hatte, und ein paar fast zu overthetoppen Schockierungsversuchen mit vergnügten Schauspielern und Babies machte mir richtig Spass. Highlight.

The Vigil. Geisterhausgeschichte. Mann lässt sich für eine Totenwache anheuern.Erst spukt es ein bisschen rum, aber bevor es zu konfus wird, zwiebelt sich die Story aus den Effekten raus, bleibt nicht in jumpscares hängen und macht dann auch Spass, besonders weil das jüdische Setting mal ein anderes ist.

We summon the Darkness. Sollte eine Komödie sein. Es gab aber nur eineinhalb Lacher. Die mal ganz netten (ja, in diesem Ausnahmefall nett im Sinne von ...) Ideen reichen nicht aus, den Film durch nächtliche eineinhalb postvierfilmige Stunden zu tragen, die Story ist mee, ich kam nie auf den Gedanken, hey das ist ein super Schauspieler, dem nehm ich das ab, oder der, aber hey, eine totale Gurke ist es dennoch nicht. Eben guter alter B-Movie Standard. Das Knoxville dabei ist, fällt nicht weiter auf.

The Beauty of Colour.

Ein warmer, leuchtender Film, der so aussieht, als habe Wong Kar-Wai einen Spike-Lee-Streifen gedreht. Ein paar historische Einsprengsel, vereinigt mit abundzunen sogar ziemlich inthemoodforloveigen Bildern mit Kleidern und Farben und Eleganz, ein unaufdringlich (eat this, Spike Lee) -geschmackvoller und eine geradlinige Story, ohne Pathos, mit Liebe. If Beale Street could talk by Molten Brain If Beale Street could talk.

5 black Lives matter

4 Vietnamveteranen plus ihre Traumata von da plus 1 Sohn reisen zusammen in den Dschungel zurück, um den dort gebliebenen 5. zu finden, und, klar, Gold. Der Film ist etwa so wie ein anderer, den ich vor einem Jahr sah, wo Veteranen Drogen versteckt haben, aber der war wesentlich schlechter, so dass ich mich auch nicht an mehr erinnere als daran, dass das Teil eher nicht so dolle war. Kann natürlich auch altersbedingter Griesgram sein. Und den Schatz der Sierra Madre kenne ich auch, klar. Der war besser. Qualitativ ist der Spike Lee Streifen mit den gewohnten Besonderheiten wie wertvollnervigen pädagogischen Hinweisen also dazwischen, passt aber aktuell ganz gut. Pädagogische Hinweise zu den Vietnamesen, die im wesentlichen gesichtslos im Dschungel rumschiessen, gibt es immerhin zweimal, bei einer Hühnerverkaufsanbahnung und Bildern von Opfern des Krieges. Ansonsten erfreulich, dass alle nicht altern, sondern sich nicht verjüngen, rückblickend, was denen, die heute Geburtstag haben, ein gewisser Trost sein mag. Trotz über zwei Stunden durchaus kurzweilig, nur das nicht riesige Budget wird durch den aufwändigen Score ab und zu nicht nur über-, sondern overthetoptüncht. Sehenswert, das. Und Reno in alt ist auch dabei! Da 5 Bloods by Molten Brain Da 5 Bloods.

Kratzkratzkratz oder Haut und Farbe die zweite

Das, was bleibt, sind nicht Bearts Augen oder ihr Gezwangsräkele oder Piccolis Gesicht und Nervosität oder das Herumgehusche Birkins oder die innere Spannung der Figuren, die sich irgendwohin bewegen, zwangsläufig, was sie wissen, aber ohne zu wissen, wohin... sondern das beruhigendbeunruhigende Kratzen der Zeichenfeder über die Leinwand. Ein Klassiker, den man gesehen haben muss, und wem das zu lang ist, der soll dann eben weniger Fußball gucken oder GNTM, mit Verlaub, und raus soll man ja eh nicht. Gerade auf arte. La belle Noiseuse by Molten Brain La belle Noiseuse. Oder für Synchronmenschen die schöne Querulantin. Rivette.

Blau, rot und... grün.

Nach langem Schweigen - Upsi, gibt es ein Wort für schriftliches Schweigen? Ausser nicht schreiben? ...(10 Minuten Nachdenken, Ethymologisches googeln, Analphabetismus, altgriechisch, aber da sehen die Buchstaben so komisch aus, Blockade passt auch nicht... naja, fällt mir nix ein, und jetzt denke ich darüber nach, ob es DAFÜR ein Wort gibt, für Nichteinfallen, ohne eine Negation zu bemühen... Egal. Vielleicht später. Aufgeschroben sozusagen, bei dem Thema. Immerhin. Ein neues Wort. Jedenfalls. Ob der mich beherrschenden Imaginationsleere bemühe ich nun als Beginn erstmalig ein Zitat. Eine Rezension eines Kunden eines großen Onlineversandes, der wohl auch Schund anbietet, glaubt man den Worten des immerhin schreibfreudigen "Axxxxxxxnkunde" (kein richtiges Zitat, die xxx dienen der Unkenntlichmachung, und die Zahl der xxxxxxx habe ich zufällig gewählt. Egal.

(Bleiwüstenverhinderungsleerzeile(n) oder Weiterlesanfixzeile(n)

Das Zitat: "Der Inhalt ist nichts weiter als sex eine richtige Story ist aber nicht drin wie es hinten drauf steht. Da ist man wieder reingefallen wie die das gerne machen, nur wer auf puren sex ohne Filminhalt steht für den lohnt der sich sonst Finger weg und nach was besseren gucken."

Hätte ich das vorher gelesen, wäre ich so motiviert gewesen, das Machwerk zu sehen, wie die geneigte Leserin und der geneigte Leser, diesen Text zu Ende zu lesen.

(Kurz nachdenken).

Aber. Hat der Recht oder vertraut man des Zitierenden Schreibekunst? Was ist drin, da? Tolle Farben! Nicht wie beim tollbuntesten aller Filme, Speed Racer, aber schon mehr als beim Fantasyhongkongkino der 80er. Es gibt tolle Kostüme, die einen in Coronazeiten zum Nachdenken bringen, wie Gasm äääh ABC-Schutzmasken, bei denen man die Schauspielerinnen oder eher Schaustellerinnen - nämlich sich selbst, zumindest so ein bisschen - reden sieht, weil man besser ohne dieses Ausatemventil hört... ! Und wenn es keine Kostüme geht, kann man über unsere medial geprägten Schönheitsideale nachdenken... hier gibt es noch Realität! Und es gibt Folter! Männer mit ohne viel an werden mit drogiggrüner Mehralsenthemmungsfarbe angespritzt und überkleckert und jammern: "Schlaaaf mit mir!", ungefähr 7000 Mal, die Armen, mit Knallchargenjammergesicht, während hochhackige Waden und wabernde Möpse drohende Schatten durch fiese Gitter werfen...
Blue Rita by Molten Brain Und es gibt eine Zweikampf, den man gesehen haben muss, unglaublich, wie in der 10ten Klasse gedreht, aber mit Muskelrwachsenen, die mit debiler Ernsthaftigkeit Sätze sagen, die man nicht hören will, und auch nicht muss, um die trotzdem gelinde faszinierende Handlung zu verstehen. Und Herbert Fux angelt und trinkt lieber was, und ich wette, er hätte heute im Laden auch keine Maske aufgesetzt, die coole Sau (eigentlich hasse ich diesen Spruch, ist so tillschweigerig, wie klebende Finger, aber hey, er passt hier...). Aber wenn der Axxxkunde meint, da sei purer Sex drinne, dann ist das eher nicht so. Dann würde ich sowas nicht haben wollen. Aber irgendwie ist das Bild-und Tonmaterial schon faszinierend, dieses schon etwas peinlichgroteske pseudopsychedelische buntdebile Bahnhofkinoschmuddelsarthousteil.... Blue Rita. Das Frauenhaus. Auch von Jess Franco.

Die irren Augen von London.

Wenn es draußen herumvirt, muss der Doktor her. Hier Dr. Orloff, der aber keine Viren dezimiert oder Interviews gibt, sondern leichte Damen metzelt. Warum er das tut? Wird auch erklärt, aber Kinskis Blick reicht eigentlich schon... Dass das Eurotrash ist, merkt man an der dann dochen deutschen Sprache, und an Herbert Fux, der am Ufer eines Gewässers - hier wohl die Themse, die aber bayrisch aussieht, und tatsächlich in der Schweiz ein Loch füllt - sitzt und angelt zu abends einen heben geht. Abgesehen von diesem V-Effekt irrblickt und sproddelt es gelegentlich, es gibt munter Sprüche aus den Siebzigern, und alles ist - Jess Franco - etwas sleazig inszeniert, aber so als Anfang der Erkundungen der Schmuddelecke Bahnhofskinofilme dank Fux und Kinski besser als Anstehen im 1,5-Meterabstand. Sogar ziemlich viel besser. Man könnte aber auch was Vernünftiges tun. Jack the Ripper by Molten Brain Jack the Ripper.

Schwarz, weiß, blond, gelb.

Gelb? Gelb. Wie Giallo. Mario Bava. Exzellente Kamera, und eine nicht völlig unvorhehrsehbare aber egale Story. Aber schon lustig. Die blonde nach Italien (ja, damals...) unterwegse Studentin raucht erstmal im Flugzeug, und damit verrate ich noch gar nicht alles, und kaum in Rom, passieren ihr oder beobachtet sie - oder sie hat nur zu viel Phantasie? Vom Rauchen Vielleicht? - diverse Verbrechen, die so passieren, im Rom, an dieser Treppe, die mir spanisch vorkommt, genau wie man sich das so vorstellt, Großstadt, nachts, Untaten, und es ist alles ziemlich leer, wie heute, ansonsten. Außerdem gibt es John Saxon, der mal nicht gegen Bruce Lee antritt, und zwar missmarplet es ein bisschen, aber hey, die Story ist eher ein Aufhänger für die dichte dunkle Atmosphäre, die ab und zu etwas zerwitzelt wird, und die wirklich stimmige Bebilderi des Ganzen... Nice, that. The Girl who knew too much by Molten Brain The girl who knew too much.

Kleine, Starke, und eine Art Huhn.

Lange drum gedrückt. Wollte ich eigentlich nicht sehen. Eigentlich. Aber hey. Nach Nightbreed - dazu später - musste das sein. Klassiker, immerhin. 1932. Aber war dann doch nicht so schlimm wie ein Zahnarztbesuch. Sogar ganz lohnend. Jedenfalls. Zirkus. Nicht wie heute normal, mit Band und Seifenblasen und Poesie und mit ohne Tiere. Und auch nicht nur gestreamt und ohne Kinder, die in der ersten Reihe sitzen und sich freuen oder zanken oder sich ängstigen, und ohne Publikum wie mir, das dann immer hinter so einem Pfosten sitzt und wo der Schal dann zwischen den Bänken irgendwo ins Dunkel fällt. Eben Zirkus Corona gerade. Egal. Jedenfalls laufen im Film keine Löwen und Elefanten, sondern Menschen mit besonderen Fähigkeiten herum, etwa ohne Beine. Oder mit Bart, aber als Frau. Oder in Klein. Oder so. Und verlieben sich in adrette Tänzerinnen, die aber mit dem Muskeltypen rummachen, der groß, dunkel und dumm ist, was ja bekanntermassen eher anziehend sein soll, für Manche. Ob da die Erbschaft hilft, als Größenkompensation, hier? Verrate ich nicht. Mit ein wenig Innerlichzähnezusammenbeißen kann man das schon selber ansehen. Auch wenn man gegen das Zurschaustellen von äußerlichen menschlichen Absonderlichkeiten ist. Zu denen sich hier die fehlenden inneren Werte Anderer gesellen.Verkehrte Welt, sozusagen, der Schein trügt. Aber vielleicht kriegen alle, was sie verdienen. Hier. Freaks 1932 by Molten Brain Freaks.

What if.

Auch haarig. Rot. Keine Autobiografie von Gerwig. Aber wohl ein alternativfiktivautobiorafisches Comingofagekaleidoskop. Wiewäredasgewesenwennes, leicht und zart verpackt, häppchenweise goutierbar wie optische Kanapees. Freier, getrauter, bunter und aufrührerischer. Hervorragen gespielt, ohne mehr Tragik als das was man eh so erlebt hat, oder weniger, oder beides. Total ankuckbar, das. Oder sogar kleinodig großartig, wenn man so nachdenkt. Lady Bird by Molten Brain Lady Bird.

Schwarz und weiss und etwas nebulös.

Nach einer Weile miteinemaugenen und nurem Allesverschwommensehen ein kontraststarker knackescharfer Klassiker zum Wiedereingewöhnen. Berlinale sucks sowieso irgendwie. Trotz Barbara Steele, die ein bisschen aussieht wie eine deformierte viktorianische Großaugenmangapuppe - meistens - gibt es unbunte dräuendmäandernde Bodennebel auf nächtlichen Friedhöfen und in alten Gemäuern, Spinnweben und unheimliche Kutschen in Wäldern ohne Blätter - quaisbrandenburgisch, obwohl es ja augenblicklich gefühlt immer regnet. Wegen der fantastischen Kameraarbeit kann das Gehirn weitgehend aus bleiben. Die Frage, ob das nun Vampire sind, ist egal. Aberne zarte Seelen - die das hier aber sowieso nicht lesen - seien gewarnt: Die Maske des Satan hat kein Gummiband. Bereicherung, das. Mario Bava. Black Sunday by Molten Brain Black Sunday. Passt.

Bad people. Or not.

Ein anderer Klassiker. Im Friese-Greene. Erstmal begegnen sich zwei, ein jamesdeaniger Müllmann - Sheen, der Vater - und eine Minderjährige - Spacek. Bald stirbt jemand, nicht die einzige Person hier, und bei der orffschen Musik fällt einem ein, dass in True Romance zu einem mehroderwenigeren Anlass gefrauseufzt wurde: Thats so romantic!. War es auch, in dem andern Film. Oder cool, auf eine bizarre Art. Wie in Natural born Killers. Ist eben nur ein Film. Oder zumindest nachvollziehbar. Wie in Bonnie und Clyde. Aber hey. Nix hier. Irgendwie wirkt Tarantino im Vergleich zum Altklassiker etwas weicheiig, Stone etwas popcornkinoesk... Sozusagen. Hier also die neutrale Fassung. Mit Stimme aus dem Off. Vor Tarantino und Stone. Und alles passiert einfach, wie in der Natur, und Erklärungen muss man sich selber basteln, wenn man sowas will. Bleibt lange im Hirn, das. Badlands by Molten Brain Malick's Badlands.

Nicht zusammen, oder aber doch?

Großartig. Hepburn und Grant verbalpaaren sich in dieser preharryundsallygen schon etwas screwballigen Romcom, mit starker Betonung auf dem rom, obwohl der Film nicht in Rom spielt, sondern zumeist auf einem Schiff, dass die zwei Richtung Hochzeit befördern will, aber nicht miteinander... Aber auch in New York, dann, am Ende... Egal. Mit geschliffenen Dialogen, die es damals noch gab, mit Kostümen und naiver Raffinesse und Immerlächeln, und einer okayen Oma, aber auch mit zu langen Rumgesängen absolut zu unsmpathischer Kinder. Das fiesester der Pausbäckchenbälger kriegt dann auch immer die vielleicht verwandtschaftsbedingten Großaufnahme, aber das sind die einzigen Teile des Films, die sucken..... Das Ganze passend in einem kleinen Filmclub in Bangkok, mit einer überaus netten und zwanzig Zentimeter größeren zauberhaften Begleitung, die, auch wenn sie nicht so aussah, aus Mainz kam, bei deren Vorname ich nicht genau weiß, wie er geschrieben wird, und die den Filmgenuss durchaus förderte, obwohl der Friese-Greene Club das mit seinem Charme auch so hingekriegt hätte... Das einzige Kino, bei dem man, wenn man dann doch vorher Craftbeer trinkt, auf dem Gang zum Klo zwar zwei Etagen runter muss, aber filmunterbrechungsverlustmindernd mit einem gut einsehbaren Bildschirm auf jeder derer, und dass dann über oder vor ... je nachdem, wo notwendig, aber da will ich nicht in unnötige Einzelheiten mich verirren, heute, dass da, jedenfalls, kein iPad hängt zum absoluten Kontinuitätserlebnis. Jedenfalls total ansehbar, mit Genuß, das, da, aber auch woanders, und zusammen, oder auch nicht..An Affair to remember by Molten Brain An Affair to remember.

Lehrer, Schülerinnen, Verzweiflung

Sehr intelligente, kreative einzigartige Animeserie über einen ab und zu suizidierenden Lehrer, der diverse optischverbale Reisen durch Redewendungden, Kultur und existenzielle Fragen unternimmt, begleitet von einem abundzunem irgendwoen Gesicht des Zeichners, seinen in ihn verliebten Schülerinnen, die auch so alle ihre Eigenarten haben, und ja, es gibt auch ab und zu die in Animes so beliebten oder unbeliebten Huchshots, die hier aber eher kulturreferenzeill gemeint sind, wahrscheinlich, oder auch nicht, aber das ist mir ehrlich hier total egal.... sehr sehr gut mit ordentlich Verzweiflung. Und Optimismus. Und Wahnsinn. Sayonara Zetsubo Sensei by Molten Brain Sayonara Zetsubo Sensei.

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