Fantasy Filmfest White Nights. 2.

Wie immer vergeht die Zeit bis zum ersten Film, ohne dass man zu irgendwas wirklich Zeit zu haben scheint.

Soft & quiet. Geht ruhig los, ein paar Frauen eben, die quatschen und nicht so toll aussehenden Kuchen essen. Der dann doch einen Hinweis gibt. Und dann geht es nie unerwartet weiter, Abgründe öffnen sich. Abgründe, in die man so oft sehen kann, heutzutage, wenn man mal Manchen und Mnchinnen so zuhört. Und das dann auch glaubt und nicht als verquasten Daskannjamalgeschehenscheiß und einmalige Verbalentgleisung wahrnimmt. Was meistens so passiert. Wenn es bei dem bleibt, was so in den ersten Minuten passiert. Das Erschreckende ist dabei, dass die Regisseurin den Eindruck vermittelt, dass sie wirklich weiß, was sie tut.

Limbo. Fantastischer Schwarzweißkracher aus Hong Kong. Der wehtut wie Dog bite Dog. Der so gut aussieht, intelligent aufbereitet ist und einen emotional mitnimmt, bis zu Tränen. Der mit viel Regen aufwartet, Dunkelheit und Verletzungen, und einer Suche nach einem Serienkiller in den Slums von Hong Kong, die ich ja schon aus diesem Schlangenfilm kannte, und der nach Vergebung.

Nocebo. Durchaus vorhersehbar, aber sauber inszeniert und gespielt. Frau macht Mode und hat Zeckenprobleme, und eine Filipina taucht als Haushaltshilfe uf und macht sich dran, sie zauberzuheilen, gelinde hexenmäßig, was aber beim Ehemann der Bezeckten auf Widerstand stösst. Wenn man rumgoogelt, wird man übrigens bespoilert, titelwise.

Satans's Slaves 2: Communion. Der Titel ist etwas eurotrashig, aber hey, es gibt keine durchsichtig beschleierten Blondinen auf blutfleckigen Altaren. Nein, es ist Teil 2 zu Satan´s Slaves 1, der wirklich auf dem FFF lief, mal vor Corona, und den ich tatsächlich auch sah, an den ich mich aber nicht so wirklich erinnern konnte, außer dass er unheimlich war und ein Geisterhausfilm aus Indonesien, der ein Remake ist zu einem noch älteren Film, der auch so heißt, also nicht nicht älteren, sondern Satan's Slaves. Also übersetzt, nicht indonesisch. Der Titel. Gleichzeitig beschämt mich, dass mein Kurzeindruck auf dieser Seite von vor ein paar Jahren eher komplett inhaltlos war, und auch sonst uninteressant, und mich nicht anregte, mich weiter zu erinnern, und es ging mir wohl nicht so dolle, denn im a-z taucht das Ganze auch (noch) nicht auf, hier, auf der Seite.. Aber hey, als Teil 2 ist das Haus diesmal größer, so wie im Film 1 dieser White Nights, und abgesehen von einer oder zwei fühlbaren Längen gibt es durchaus gruselnde und spannende Moment, die mit in Film 1 der Nights etwas gefehlt hatten. Damit ist das hier zu Pixel Gebrachte auch nicht viel inhaltsreicher als dunnemals, aber warum sollte ich was von einer Sängerin und Sekten sagen, wenn man das wirklich nicht braucht, um Teil 2 zu sehen. Obwohl der Film dann sicher einen kompletteren Eindruck hinterlässt. Wenn man sich an Teil 1 dann auch erinnert.

Good Boy. Tja. Schwierig. Hätte so interessant sein können mit dem Wunsch nach Führung, Zucht und Ordnung und so. Jedenfalls gibt es einen zu verschiedensten Gefühlen anregenden Menschund, der bei mir dann aber nur die Fragen aufwarf, warum man den ständig beim Essen zeigt, obwohl das ja nun nicht so dolle klappt. In Realität würde ein Kadaver im Kostüm rummodern, in der Ecke. Aber hey, vielleicht immer noch besser als zu zeigen, wie der Hund kackt oder sich zwischen den Beinen leckt, und interessanter, als zu sehen, wie er schläft, nweil, hinter Joggern herrennen und die beißen, das würde nicht klappen. Der Plottwist ist geradezu lächerlich kurz, und man wird nicht mehr an der leine der Glaubwürdigkeit weitergezogen, die vorher aber auch schon fehlte. Immerhin dadurch leidlich interessant, dass man darauf wartet, dass irgendwie was passiert oder rauskommt, aber hey, das Ende ist eher mild überraschend und besänftigte mich nicht.

Danke ans FFF-Team, das den Ort bitte beibehält, wegen der Sitze, weil der Saal toll ist und aus anderen Gründen, die vielleicht nicht für alle zutreffen. Danke an die Berserkerestbohnenfilmfreunde, und an meine Lieblingsfilmfestmitguckerin, die mich zuverlässig wieder an der Currybude ablud, von der es nur ein paar Meter nach Hause sind.

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