November 2022

Nacht, Slum, Prostituierte, Schlangen.

Geht schon gleich gut los, dieser Film, der laut Anpreisung auf dem Umschlag jede und jeden zu verstören geeignet ist, was insoweit nachvollziehbar ist, auch für unsensible Zeitgenossen und ebensolche -innen, als erstmal einer Schlange, die zunächst noch ordentlich rumlebt, bei lebendigem Leibe irgendein Organ entfernt wird, ich hoffe, das Herz, das wäre bei mir ein Organ, auf das ich verzichten könnte, und zwar zur Zubereitung eines Getränkes, das zwar eklig aussieht, aber hey, wohl was mit Männlichkeit zu tun haben soll, denn, der Typ der das trinkt, haut erstmal einem eine rein und verspricht dann seiner Freundin eine tolle Nacht, oder umgekehrt, jedenfalls ein außerordentlich typisches männliches Verhalten, das, meiner Einschätzung nach.

Bleiwüstenunterbrechungszeilen

Ich überlege kurz, ob Schlangen Wirbeltiere sind, die durch das Tierschutzgesetz geschützt werden aber denke dann, wird wohl so sein, denn wirbeln, das kann man sie, besser noch als etwa Katzen, wo ja an dem schlangenhaften wenn auch behaarten Schwanz noch was dranne ist, Beine und Kopf, etwa, und toll werden die einen, haarigen und anderen, glitschigen, sich nicht dabei fühlen, kann ich zwar nur mutmassen, aber hey. Daneben beruhige ich mich, indes, eine deutsche Eigenschaft, diesmal, das dieser Tiersnuff, mit dem ich dennoch blauäugig und rosabrillig nicht rechnete, sicher nicht so schlimm ist wie Fussball gucken, gerade, was sich aus dem historischen Kontext erklärt, wenn man das hier erst in 50 Jahren liest und nicht weiß, was ich damit meine. Kurze Zeit später, aber kadabra, kann ich mir nicht verkneifen zu berichten, trotz meiner ständigen Versuch, Spoiler zu vermeiden, aber hey, stellt sich heraus, dass die Schlange nun nur gallenlos ist, also doch nix für mich, aber nett ist, und Freunde hat, und weiter lebt, und der Protagonist, eine Art losiger Fastobdachlosenanthonyperkins in Hongkongig, der, was selten ist in Shawbrothersfilmen, eher ungut riecht, wohl, obwohl, aber Sanjuro war japanisch, und sich am unteren Ende der Gesellschaft, die im wesentlichen aus Schlägern, Räubern, Zuhältern, Prostituierten und Nochnichtprostituierten besteht, im Slum bewegt, wenn er nicht gerade verprügelletzt rumliegt oder sich in seinen muttertraumatischen kinderdeliriösen SMPhantasien bewegt... The Killer Snakes by Molten Brain Irgendwann kippt der Film, der toll und expressionistisch geradezu modern arthausig bebildert ist, dann doch, und die angemessen Sensiblen unter uns werden durchaus abgetörnt durch wenn auch nicht sehr exploitative aber immerhinne bdsmige Szenen mit Frauen und Schlangen und Waranen, die im wirklichen Leben aber wohl nur "gefährlich zischen", wasimmer das heißen mag, aber klettern können, und durch diverse Szenen, die Schwertkunstfans beeindruckt nicken lassen, SchlangenliebhaberInnen indes durchaus verstören können... nein, werden. Ist der Film also "mean", so Weisser? Eher nicht, aber dunkel, tragisch, etwas zynisch, was das Menschenbild angeht, und irgendwie immer noch besser als Fussball gucken mit Mund zu halten.. The Killer Snakes.

Brüten und rätseln.

Apokalyptische Chorgesänge. Typ mit steampunkigen Kreuzschwertdingens. Mädchen mit Ei und wehenden Haaren. Windgeräusche und Schattenfische. Die Arche und fantastische Landschaften. Film, der Raum für Assoziationen lässt, was aber auch heißt, dass man ihn nicht verstehen kann. Aber man kann das Geschehen verfolgen den optischen Leckerbissen genießen und wirken lassen, dem Wind und den Chören lauschen, ohrenweise, und sich wundern, was da wohl noch so passiert. Oder nicht. Oder warum. Wie im richtigen Leben. Dinge passieren, oder nicht, und warum, ist eine offene Frage. Aber hey. Wirklich wirklich wirklich sehenswert.Angel's Egg Angel's Egg. Anime, übrigens.

Rot und blau und t and a.

Das Fazit von "cinema" lautete: Viel Gelaber, wenig Spannung, viel zu lang. Und das Cover der Grabbeltischdvd aus dem Schweinemarkt - man kann ja nicht immer limited Edelstoffscheiben kaufen - war das wirklich gnadenlos hässlichste seit totalever. Außer vielleicht das von Daniel dem Zauberer. Der damals dann doch nicht auf dem FFF lief. Aber. Wäre es eine Herausforderung ohne Grabbeltisch, cinema und Cover? Eben nicht. Also hinein, mutig gesprungen, wie bebrillte Thailandbesucher, die sich ein teuflisches Eingeborenenritual näher ansehen wollen trotz der Warnungen, diverser, in die Untiefen der kulturellen Untergrunds, dahin, wo geschmackssichere YorckkinobesucherInnen nie kommen. In Filmwelten, in denen grandiose Gialloklänge einen erstmal umohren, bevor eine halbe Stunde Brust um die Ecke kommt, sozusagen. Wo die im wesentlichen Slipbhundnasenringtragende Heldin erstmal gegrounded wird (so nennnt man das heute, wenn der Papa der Tochter Stubenarrest verordnet), dann Drogen nimmt (und hey, alle anderen DrogennehmerInnen aus 80gerjahreslashern haben definitiv weniger Drogen genommen in mehr Zeit und wurden dafür bestraft), aber hey, immerhin nicht unattraktiv nadelig, ist ja auch keine Heroinschicke, und dann durch eine Nacht gescriptet wird, die dem oder der - oder wie macht man das mit dem I als gleichstellungskompetente Person - ZuschauerIn einiges bescheren: Wunderbare Giallointros, Blau und Rot und Pink, blutbrechende Ommas, die auch Pillen brauchen, notgeile Brillenfreunde, ne Menge Bahnhofskinosleaze erstmal, tonspurwise und off the picture, jede Menge Töne von hinten, zumindest bei 5.1, 5.2, 7.3 usw.,, Telefonklingeln und Brandmelder, die auch mal vorne Gesagtes von hinter einem übertönen, was ich charmant fand und unterhaltsam, aber hey, andere Ansichten sind zulässsig, und das ist erst der Anfang.... Käsesuppe, ein grinsiger Slasher, Blut und Widder oder Ziegen oder so. Ideen Galore, Genres und Zitate en masse, Hommage und Huld kamera- und auch muckewise, und keine Langeweile. Nicht mal beim Nochmalreinsehen. Nichts was flasht: Durchaus nicht. Aber hey. Unterhaltsamer als so Vieles, mit viel Liebe für Vergangenes in der B-Filmschatztruhe. Close Calls by Molten Brain Close Calls.

Blutbad und Kinderquetsche.

Nicht in der Reihenfolge. Aber hey. Unfrigginglaubliches Machwerk aus einer Zeit, wo noch Leute durch Fenster geworfen werden durften. Die sich dann noch mit den Beinen am Rahmen festhalten durften. Jedenfalls. Uberwildes Buntpotpourri, das man sich nicht entgehen lassen darf, keinesfalls, aus der Blütezeit des - das dürfte mittlerweile klar sein - Honkkongkinos, mit Thailand drinne, also super für eventuelle Urlaubsvorbereitungen, Kloppen, Flüchen, Riesenknarren, Chow Yuin Fat mit Pfeife, aber nicht nur, magischen Monstern und filmischen Zitaten (Alien, mindestens zwei Mal!), Thaiwirefumönchen in Orangekutten, Blut, Wirbelsäuleknabbern, vollen Autos, Gerippen und Monstern und einer Pappmascheemischuing von Braindeadbaby und Kampfkaulquappe, rasenden Särgen, einer ziemlich unbekleideten Badeschönheit und einer bekleideten jungwilden vorzeigeoderauichnichtemanzigen Maggie Cheung, hier als Kontrastprogramm zu ihrer inthemoodforloveigen Inauchaberanderenkleiderundzeitlupenrolle.... Kann man sonst nur in mindestens dreistaffeligen Serien sehen, all das, wenn überhaupt, und noch viel mehr, und man spart sogar gnadenlos Zeit, selbst wenn man das gleich nochmal kuckt, um sich von irgendwelchen silenctreatments abzulenken.... So fun. The Seventh Curse by Molten Brain The Seventh Curse.

Furzende Fischfüssler.

Schon ein paar Wochen her. Dass ich den gesehen habe. Was bleibt? War nicht zu lang. Abgefahrene Ideen. Etwas grotesk, vielleicht, wie die Realität. Okaye Animation, Japan, mit ein paar BilligaussehFX zwischendrinne. Eine kurze Prise Hentai. Unterhaltsam, insgesamt, überraschend. Wobei, was heißt das schon, überraschend? Vorerwartungen waren anders. Wie bei den einen, die eigentlich Freunde sind und schweigen. Oder bei anderen, die einem unverhofft selbstgemachte Frühlingsrollen vorbeibringen. Oder weit weg sind. Muss da wohl an meinem Erwartungsmanagement arbeiten. Jedenfalls. Im Film kommt auch schlechter Geschmack definitiv nicht zu kurz, und insoweit hilft es totalsicherlich, ein Bier zu trinken, crafted oder auch nicht, oder auch zwei, oder einen weißen oder roten Wein. Oder beides. Jedenfalls, auf eine bmovieske Art unterhaltend, wie eine junge Frau nach Tokio will, um ihren Freund zu wiedersehen, mit plötzlichen Massen von Wandertieren, die doch eigentlich rumschwimmen sollten, aber auch dafür gibt es eine Erklärung. Wie für vieles. Gyo by Molten Brain Gyo - Tokyo Fish Attack.

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