Breakdance

War gespannt auf die Neuverfilmung. Ers nach dem Kartenkauf gesehen, dass 152 Minuten Lebenszeit investiert werden müssen, zzgl. Hinundher und Werbung und so. Und das Hinundher beinhaltete den harten Weg in den 5. Stock, mit den gemauerten Sitzplätzen, die ich zum letzten Mal vor etwa 20 Jahren schon bewundern hatte können. Plus die Zeit, die alte Fassung anzusehen. Die ich wieder so gut fand. Etwas rätselhaft, ja, aber die Hauptdastellerin und die Farben und München und die Goblins mit ihrer Haaresträubmucke auf Altsynthies und der abundzune gialloeske Italogore... Und dann überraschend kurzweilige 153 Minuten, ohne Schmerzen, trotz der Mauern und der Köpfe vor einem, die wie früher, als es noch keine Kinolounges und Fettsesselcineplexe gab, mit quietschenden Kunsledertönen, die einen am Einschlafen hindern in der bequemwarmen Umarmung des Sitzundguckmöbels, entweder wegen der Lautstärke oder der Quietschvermeidubgshaltung, aus Rücksicht gegenüber den Danndochpopcornknurpsenden. Und wirklich kein Remake. Eine eingenständige Hommage, ja, obwohl auch ständig Possesssion um die Ecke lugte, mit der Mauer nicht nur vorm Knie, sondern zwischen hier und drüben, damals, im immer winterlichen Westberlin...und es gibt eine menge Tänze, die durchaus sehenswert sind, mit Dakota Johnson drinne, die etwas farblos bleibt, sonst, aber hey, alles im Rahmen, und es gibt ja Tilda Swinton, die Immersehenswerte.... Weniger Splatterundekelkrams als bei Argento, nur diese eine Szene, in der jemand gebreakdanced wird, ist dann doch beeindruckend, und statt bunt wabender Vorhänge in Primärfarben gibt es dann besagtes Winterinberlinfarbspektrum zur Einstimmung auf das, was hier so nach dem Sommer kommt, und die, die Deutsches Kino mögen, freuen sich über die Nebenplots, die zwar nicht notwendig sind, denke ich, aber dem Film eben doch diese spezifisch Berliner Atmosphäre geben... Kurzweilig, rätselhaft zuweilen, und hey, eigenständig gegenüber dem Original. Suspiria by Molten Brain Suspiria.